Lisa Gabriel – miteinander für andere da sein

Im Hotelgewerbe gibt der Gast den Rhythmus vor. Da muss die Zusammenarbeit reibungslos funktionieren. Für Lisa ist das kein Problem: Sie genießt es, wenn sie sich mit ihrer Kollegin aufmacht, um die Zimmer im Hotel St. Michael auf Vordermann zu bringen. Am liebsten bezieht sie Betten. Liebevoll streicht sie die Decke glatt und verleiht dem Kissen gekonnt Kontur – Handkantenschlag genügt.

Was nicht strahlt, wird strahlend gemacht, notfalls mit einem eigenen Strahlen. Das kommt bei den Gästen in Tauberbischofsheim an. Lisa legt Wert darauf, von ihnen gesehen zu werden und ihnen den Charakter des Hauses persönlich nahezubringen. Für sie ist das ein großer Schritt, denn vor ihrer Anstellung im Hotel war sie richtig schüchtern. Heute hält sie es für undenkbar, in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Sie fühlt sich angenommen, wenn Kollegen ohne Behinderung sie ganz selbstverständlich mit einbeziehen.

Lisa möchte, dass auch andere Menschen von dem profitieren, was sie in ihrer eigenen Wohnung perfektioniert hat. In dieser ihrer Bemerkung steckt eine ganze Gesellschaftsphilosophie: Man stelle seine Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit. Den Unterschied zum nüchternen Lehrsatz macht Lisas bezauberndes Lächeln.