Gunther Heil – zwischen Papier und PC

Die Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten. Gunther sieht das mit gemischten Gefühlen: Einerseits hinterfragt er diesen Prozess, andererseits spielt er darin eine wichtige Rolle. Beim Beschäftigungszentrum Karlsruhe bereitet er die Bauakten für die digitale Erfassung vor. Dahinter steckt viel Laufarbeit und noch mehr Schreibtischarbeit.

Gunther holt eine der 80.000 Akten aus dem Archiv des Tiefbauamts, um sie dann systematisch auseinanderzunehmen: Er entfernt Metallteile, trennt den Schriftverkehr von den Plänen und fügt die Dokumente neu zusammen. Danach kann das Schriftstück zurück ins Archiv, bevor es seinen Weg in die Welt der Algorithmen antritt. Das Einordnen in die Rubriken macht Gunther Spaß, auch wenn die Monotonie manchmal zum Problem wird. Glücklicherweise gibt es aber ein Team, das Gunther immer wieder auffängt. Für dieses Miteinander ist er besonders dankbar. Vor seiner Anstellung im Archiv hatte ihn eine längere Periode der Arbeitslosigkeit krank gemacht.

„Ich fühle mich wertvoller“, sagt Gunther heute. Er ist wieder beteiligt am gesellschaftlichen Geschehen. Doch der Blick sollte über den reinen Arbeitsprozess hinausreichen: Gunthers Offenheit, seine Geradlinigkeit und Nachdenklichkeit wecken eine Sympathie, die dem Menschen gilt, ganz unabhängig von seiner Produktionsleistung.